Aktuelle Projekte
An diesen Projekten wirken wir aktuell mit:
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Seit 2020 arbeitet die Abteilung Gedenkstättenförderung Niedersachsen mit dem Open Science Lab des TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften im Rahmen des Projektes Orte des Gestapoterrors an der umfassenden Darstellung der Standorte, Tätigkeiten und Infrastruktur des polizeilichen NS-Repressionsapparates auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen in Form einer digitalen Karte. Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanzierte Projekt wird in einer zweiten Förderphase bis Ende 2025 inhaltlich erweitert und um digitale OERs (frei verfügbare Bildungsmaterialien) ergänzt.
Die Wikibase-basierte Projekt-Plattform ermöglicht die Weiterentwicklung der Projektergebnisse entlang eines Citizen Science-Ansatzes auch nach Ablauf der Projektlaufzeit und macht die Forschungsdatenbank zu einer öffentlichen Ressource, die von Mitarbeiter*innen der beteiligten Einrichtungen dauerhaft betreut wird.
Abgeschlossene Projekte
An diesen Projekten haben wir in den letzten Jahren mitgearbeitet:
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Wie können wir erinnern, woher wir kommen und wer wir als demokratische Gesellschaft heute sind, ohne uns dabei aus Furcht vor Nationalismus und Hass dem digitalen Wandel der Wissenskultur zu verschließen? Im Rahmen des Projektes WikiRemembrance an der TIB – Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, das vom “Zukunftsdiskurse”-Programm des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in den Jahren 2023 und 2024 gefördert wurde, hat ein Autor*innenkollektiv aus Gedenkstätten (u.a. der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten), Bibliotheken, Vereinen und Einzelpersonen eine Handreichung erarbeitet, die hier abrufbar ist. Diese Handreichung versteht sich als Diskussionsbeitrag und Ratgeber für eine reflektierte digitale Praxis in der Erinnerungskultur. Sie beschreibt aktuelle erinnerungskulturelle Herausforderungen und gibt Anregungen, wie diesen mit Hilfe von Werkzeugen und Praktiken begegnet werden kann, die sich bei Wikidata, Wikipedia und ähnlichen Plattformen bewährt haben. Vor allem erscheint eine intelligente Verknüpfung von digitalen und analogen Methoden gewinnbringend. Durch ihre erweiterte Reichweite, flexiblere Teilnahmemöglichkeiten, durch ihre Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit sind digitale Formate eine wertvolle Ergänzung analoger Angebote, ohne diese jedoch zu ersetzen.
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Das erinnerungskulturelle Portal "Stille Heldinnen und Stille Helden auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen und Bremen" wurde gemeinsam vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten entwickelt. Es lädt Schulen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich mit Menschen zu beschäftigen, die während der nationalsozialistischen Diktatur Verfolgten geholfen haben. Die Sammlung der Rettungsversuche aus Niedersachsen und Bremen versteht sich als politisches Bildungsangebot, als virtueller Erinnerungsort und als Aufruf zum aktiven Mitgestalten, Forschen und Dokumentieren. Sie soll fortlaufend ausgebaut werden.
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Die Novemberpogrome des Jahres 1938 markierten den Übergang von der Ausgrenzung der Juden im Nationalsozialismus zu ihrer systematischen gewaltsamen Verfolgung. Auch auf dem Gebiet des heutigen Landes Niedersachsen misshandelte und ermordete der nationalsozialistische Mob am 9. und 10. November 1938 jüdische Männer, Frauen und Kinder, setzte Synagogen in Brand sowie zerstörte Wohnungen und Geschäfte jüdischer Eigentümer*innen.
Das Projekt „Novemberpogrome 1938 in Niedersachsen“ zeigt, wohin rassistische und antisemitische Hetze und Ausgrenzung führen und was es bedeutet, wenn sich selbsternannte „Herrenmenschen“ über angeblich Minderwertige und „Unwerte“ erheben. Die Website soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich einen ortsbezogenen Überblick über die Ereignisse in Niedersachsen und ihre Folgen zu verschaffen: Was geschah im November 1938 in meiner Heimatstadt? Wer waren die Täter*innen, was geschah mit den Opfern? Welche Spuren lassen sich heute noch finden? Wo finde ich vertiefende Infos zum Weiterforschen? Gibt es vor Ort Geschichts- und Gedenkinitiativen?
Begonnen wurde das Projekt im Jahr 2018 anlässlich des 80. Jahrestages der Novemberpogrome aus einem Praxisseminar am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Zahlreiche Initiativen, Gedenkstätten und Einzelpersonen aus vielen Teilen Niedersachsens haben sich dem Gemeinschaftsprojekt angeschlossen.